Declaration aus Ellwangen

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Wir, eine Gruppe von Bewohnern der LEA Ellwangen, . Wir verurteilten mit aller Härte den brutalen Polizeiangriff am 3.Mai 2018 in der LEA, der den Kampf gegen die Abschiebung eines Freundes von uns kriminalisieren sollte. Uns eint die Überzeugung: der Kampf gegen die undemokratische Methode und Praxis der Abschiebung ist gerechtfertigt!

Das eigentliche Verbrechen ist nicht die Rebellion gegen Abschiebung, sondern die Abschiebung selber! Deshalb werden wir uns nicht einschüchtern lassen und den Kampf für Menschenrechte und  gegen Abschiebung fortsetzen. In unserem Kampf wollen wir uns mit den deutschen Menschen verbrüdern und verschwestern. Wir sind uns bewusst, dass auch die deutschen Arbeiter und das deutsche Volk unterdrückt werden. Deshalb wollen wir gemeinsam mit ihnen kämpfen.

Neben den Kampf gegen Abschiebungen und Polizeiwillkür wollen wir auch für bessere Lebensbedingungen in der LEA kämpfen. Dazu gehört der Kampf um eine menschenwürdige medizinische und soziale Versorgung, so wie den gleichberechtigten Zugang zum Bildungssystem und Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Das ist zum gegenseitigen Nutzen, auch der deutschen Bevölkerung. Eine Unterteilung der Menschen in 1., 2. oder gar 3. Klassen werden wir nicht dulden!

Um unsere Forderungen dauerhaft durchzusetzen müssen wir gegen Imperialismus und Kapitalismus, für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung kämpfen. Dazu führen wir den Kampf für den echten Sozialismus.

Unser Traum ist eine befreite Gesellschaft auf der ganzen Welt, sowohl in unseren Heimatländern wie Kamerun und Nigeria, als auch in Deutschland und allen Ländern der Welt

 

Wir sind Geflüchtete, keine Kriminellen!

Rebellion ist gerechtfertigt!

Abschiebung ist Mord!

Stoppt Polizeigewalt!

Stoppt Rassismus!

 

It is time – für ein besseres morgen – Nein zu Lagern und Rassismus

Am gestrigen Freitag dem 08.06.2018 fand in Regensburg eine Demonstration unter dem Motto „It is time – für ein besseres morgen – Nein zu Lagern und Rassismus“ statt. Um 17 Uhr sammelten sich mehrere hunderte Geflüchtete sowie verschiedene AktivistInnen und Aktivisten aus überwiegend lokalen linken Strukturen und zivilgesellschaftlichen Gruppen ein.

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Polizeigewalt am 17.05.2018 in Deggendorf

Zwischen 3 und 4 Uhr morgens am 17.05.18 stürmten erneut mehr als 200 Polizeikräfte mit Hunden, Schlagstöcken und Elektroschockern das Abschiebelager in Deggendorf, der dritte Fall von Polizeigewalt in diesem Lager binnen einer Woche. Da die meisten Bewohner aufgrund von Ramadan zum Beten wach waren, wurde das Eindringen der Polizei sofort bemerkt. Nach den traumatischen Erfahrungen mit der Polizei in den letzten Tagen flüchteten viele der Bewohner sofort über den Zaun und rannten Richtung Wald, während sie von Einsatzkräften mit Hunden gejagt wurden, sodass sich mehrere der Geflüchteten Verletzungen zuzogen.

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Betroffenenberichte vom brutalen Polizeieinsatz am 14.05.18 in Deggendorf und Hengersberg

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Serie massiver Polizeigewalt: Nach Ellwangen und Donauwörth berichten Betroffene aus Deggendorf und Hengersberg von ihren Erfahrungen.

 

Am Montag, den 14.05.2018 führte die Polizei einen Großeinsatz im Abschiebelager in Deggendorf und der Geflüchtetenunterkunft in Hengersberg durch. Über 200 Beamt*innen stürmten in Kampfmontur und mit Polizeihunden gegen drei Uhr morgens die Unterkünfte. Erklärtes Ziel war die Einschüchterung der Geflüchteten, um künftige Solidarisierungen der Bewohnenden bei Abschiebungen zu vermeiden. Zudem sollten zehn Personen abgeschoben werden: Eine Familie mit zwei Kindern, vier Männer, eine im siebten Monat schwangere Frau und ihr Sohn. Die 21-jährige Frau wurde gefesselt, unter Gewaltanwendung von ihrem vierjährigen Kind getrennt und in Abschiebehaft genommen. Eine andere Person verletzte sich aus Angst vor ihrer Abschiebung selbst und musste ins Bezirkskrankenhaus eingeliefert werden. Zwei Personen wurden trotz der Durchsuchung des gesamten Gebäudes nicht angetroffen. Eine weitere Person stoppte ihre Abschiebung im letzen Moment am Flughafen.

 

Ein Bewohner schildert die Situation: „Die Polizei kam mit vielen Wägen, in Kampfmontur gekleidet. Sie verhielten sich aggressiv, um uns einzuschüchtern. Sie haben gewaltsam die Zimmer betreten und dabei Menschen aus dem Weg gestoßen, wenn diese nicht schnell genug aus dem Weg gingen.“

 

Der Lebensgefährte der hochschwangeren Frau beschreibt ihre Festnahme wie folgt: „Ich war es, der die Zimmertüre öffnete, die Polizei war in voller Kampfmontur. Sie hielten meine Hände fixiert wie bei einem Verbrecher. Dann schleppten sie mich in die Küche des Lagers, wo sie mich festhielten, weil ich zu meiner Freundin zurück wollte. Sie ist hoch schwanger und war immer noch in unserem Zimmer mit ihrem vierjährigen Sohn. Etwa 50 bis 60 Minuten lang konnte ich hören, wie meine Frau schrie und mit der Polizei rang. Schlussendlich wurde sie gefesselt und in einen Polizeiwagen geschleppt.  Ich wurde erst losgelassen als sie weg war und dann sah ich, dass unser Zimmer völlig zerstört worden war. Es muss ein heftiger Kampf gewesen sein, und sie ist erst 21 und hoch schwanger. Natürlich habe ich versucht sie anzurufen, aber ich konnte sie nicht kontaktieren. Am Dienstag dann hat sie mir kurz auf Facebook geschrieben. Sie sagte sie sei am Sterben, dass die Bedingungen so schlecht sind. Sie haben ihr ihren Sohn weggenommen, ihn an Deutsche gegeben, aber wohin sagt man ihr nicht. Es ist sehr schlecht für eine schwangere junge Frau, die Bedingungen sind so schwer für sie.

 

Die Bewohnenden der beiden Lager mussten massiv psychische und physische Polizeigewalt am eigenen Körper erleben, oder mitansehen. Dies soll Solidarität der Menschen untereinander und den Widerstand gegen Abschiebungen verhindern – so wie auch in Ellwangen und Donauwörth. Dabei wurde eiskalt eine Re-Traumatisierung von Geflüchteten und Minderjährigen einkalkuliert.

Englischsprachiger Pressekontakte vor Ort: +49 152 106 203 50 // +49 160 489 42 41

Der II. Mai- Tag der Überflüssigen in Regensburg

 

Der vergangene Mittwoch in Regensburg war ein besonders bunter Tag. Vor allem in der Obermünsterstraße, wo vom Nachmittag bis in den späten Abend hinein unser sogenannter „Tag der Überflüssigen“ stattfand. Dieser wurde in diesem Jahr zum ersten Mal gefeiert und lockte ein breites Publikum an, von bunten Haaren bis zum grauen Bart, jeder Mensch war gern gesehen und es entstand ein bunt gemischter Haufen. Verschiedenste Stände der Sozialen Initiativen Regensburg, des Donaustrudels oder der Partei „die Partei“, sowie Informationsstände von den Prolos Nürnberg, Recht auf Stadt und der Initiative Jugendzentrum im Städtedreieck boten von Infomaterial über CD´s und Puzzles bis zu „Arbeitskeksen“ alles an.

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