Der Krieg in Yemen

Ein Krieg, der nun schon seit 2015 in Jemen stattfindet, scheint bei uns nicht viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Er wird leider deshalb zurecht oft als „vergessener Krieg“ bezeichnet. Dabei sollten wir uns auch mit dieser brutalen Konfliktsituation auseinandersetzen, da dieser Konflikt ein weiteres Beispiel der grausamen Kriegsführung ist und ausländische Akteure, darunter auch einige westliche wie die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien versuchen von diesem Krieg zu profitieren und ihn somit aufrecht zu erhalten.
Im Zuge des arabischen Frühlings gab es auch in Jemen 2011 große Proteste gegen den Präsidenten Salih, welcher durch den bisherigen Vizepräsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi ersetzt wurde. Ersetzen ist hierbei das richtige Wort, da Hadi der einzige Kandidat bei der Wahl war, der zugelassen wurde. Dieser undemokratische Prozess, welcher unter anderem von Saudi-Arabien und USA unterstützt wurde, löste daraufhin nur weitere Unzufriedenheit im Land aus. Diese verstärkte sich weiterhin, da die neue Regierung es nicht schaffte die Forderungen der unterschiedlichen Fraktionen nachzugehen, beziehungsweise mit diesen nach Lösungen zu suchen. Es kam verstärkt zu Anschlägen und Attentaten. Diese Konfliktsituation verhalf es den Huthi, eine zaiditische und islamistische Bürgerkriegspartei, an Einfluss zu gewinnen und schaffte es bis 2015 große Gebiete in Jemen einzunehmen. Seitdem kämpfen unterschiedliche Fraktionen um eine Vormachtstellung und versetzen dieses Land in einen brutalen und kriegerischen Dauerzustand. Der Bürgerkrieg hat bis jetzt schon 380.000 Menschen das Leben gekostet, über die Hälfte der Bürgerinnen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, Millionen Menschen sind auf der Flucht oder sterben an Hunger. Die UNO bezeichnet diese Krise als die größte humanitäre Katastrophe weltweit. Als wären die Konfliktparteien innerhalb des Landes nicht schon genug, heizen einige ausländische Mächte diesen Krieg weiter an. Hierbei wird schnell klar, dass es nicht darum geht Frieden zu schaffen oder den Menschen vor Ort zu helfen, sondern lediglich ökonomische und geopolitische Interessen zu erfolgen, da sich in Jemen die Meerenge Bab al-Mandab befindet, welche das Rote Meer mit dem indischen Ozean verbindet. Durch diese Meerstraße werden täglich Millionen Fässer Öl nach Asien und Europa transportiert. Für diesen geopolitischen und wirtschaftlichen Vorteil ist es für die westlichen Großmächte, welche ansonsten ja doch sonst immer Demokratie und Menschenrechte predigen, absolut kein Problem mit dem reaktionären „Gottes-Staat“ Saudi-Arabien zusammenzuarbeiten und diesen zu unterstützen. Unternehmen, wie Kraus-Maffel, Rheinmetall und Thyssenkrupp machen jährlich Milliarden-Geschäfte mit den Konfliktparteien in Jemen und bereichern sich an diesem Krieg immens. Solange also genügend Geld dabei rauskommt, ist es anscheinend der Bundesregierung völlig egal, dass Saudi-Arabien ganze Dörfer, Krankenhäuser, Schulen und humanitäre Versorgungslager bombardiert und segnet diese Waffenlieferungen ohne großen Widerstand ab. Westliche Länder und Unternehmen sind also maßgeblich an der bitteren Armut und den Tod von Millionen von Menschen in Jemen mitverantwortlich. Man könnte nun noch etliche Konsequenzen, wie zum Beispiel, dass alle 10 Minuten ein Kind in Jemen an Hunger stirbt, aufzählen unter den die jemenitische Bevölkerung leiden muss, jedoch ist uns bewusst, dass das die Kapitalistinnen nicht im Geringsten stört.


Wir sollten endlich damit anfangen diejenigen zu kritisieren und anzugreifen, die sich an jedem Krieg maßlos bereichern und ihnen zeigen, dass wir ihre Kriege bekämpfen.

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