Kampftag der Arbeiter*innenklasse – der Vergessenen

Liebe Freund*innen, Genoss*innen, „Vergessene“ der Gesellschaft,
jedes Jahr am 1. Mai gehen Arbeiter*innen weltweit auf die Straße, um einen Ausdruck für ihren Klassenkampf zu finden. Entstanden ist der Kampftag der Arbeiter*innenklasse im 19. Jahrhundert. Die Arbeiter*innen streikten damals erfolgreich für den 8-Stunden-Tag. Aufgrund des dauerhaften Wachstums im Kapitalismus wird es für uns Arbeiter*innen immer relevanter uns zu organisieren und den Kampf gegen die damit einhergehende herrschende Ungerechtigkeit aufzunehmen (und dafür einen Ausdruck auf der Straße zu finden). Das antikapitalistische Bündnis 1.Mai Regensburg möchte – im Gegensatz zu den großen Gewerkschaftsdemos – herausstellen, dass auch Geflüchtete, Arbeitslose, Wohnungslose und andere, marginalisierte Gesellschaftsgruppen zur Arbeiter*innenklasse gehören. Gerade in Zeiten des Corona-Virus ist es wichtig die Interessen der gesamten Arbeiter*innen-Klasse zu vertreten und sich nicht in sogenannte „Systemrelevante“ und „Überflüssige“ spalten zu lassen.

Der Virus hat die gesamte Welt binnen Monate auf den Kopf gestellt. Die Produktion von großen Konzernen wurde runter gefahren, ganze Dienstleistungszweige müssen für geraume Zeit schließen, massenhaft wurde Kurzarbeit angemeldet. Die Zukunft tausender Existenzen ist ungewiss. Kapitalist*innen haben kein Problem Tausende Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen. Sie haben kein Problem Hunderttausende in Kriegen sterben zu lassen. Sie haben auch kein Problem, Millionen in Hunger und Unterernährung zu wissen, aber wenn sie die Produktion drosseln und Milliardenverluste hinnehmen, dann fürchten sie wohl, dass ihnen sowohl die Arbeiter*innen, als auch die Konsument*innen massenhaft erkranken oder gar sterben.
Wie jede Krise (z.B. „Finanzkrise“ 2008) wird auch diese zu einer nochmal verstärkten Kapitalkonzentration führen, mit den entsprechenden Folgen. Viele „Kleine“ werden über die Klinge springen, während die verordneten Notprogramme wie so oft wohl hauptsächlich den „Großen“ zugutekommen werden. Die gefallenen Aktienkurse werden diejenigen zum billigen Einkauf nutzen, die jetzt noch Geld haben. Dadurch wird sich noch mehr Geld in immer weniger Händen sammeln. Eine erneute gigantische Umverteilung von Reichtum von unten nach oben. Die Macht und das Geld der Wenigen, wird noch größer. Zudem ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu befürchten. Das macht die Arbeiter*innenklasse verstärkt erpressbar. Natürlich wird diese Krise, wie alle anderen, auch genutzt werden, um von den unteren Klassen noch mehr Einsparungen im Sozialbereich abzupressen. Das altbekannte Lied vom „Alle müssen den Gürtel enger schnallen“, wir werden es ein weiteres Mal zu hören bekommen. Hinten runter fallen werden die, die vorher schon am untersten Ende der Gesellschaft um ihr Überleben kämpfen mussten: Wohnungslose, Drogenabhängige, Alte, aber allen voran Geflüchtete. Aber die Krise hat durchaus auch ihr Gutes. Sie zeigt, wer den Laden eigentlich am Laufen hält. Es sind die Verkäufer*innen im Supermarkt, ebenso wie die Leute der Müllentsorgung, der Wasserwerke und nicht zuletzt das Personal im Gesundheitsbereich, ohne deren Einsatz längst Land unter wäre. Es sind die Arbeiter*innen, die weiter große Teile der Produktion aufrechterhalten, um die Versorgung zu gewährleisten. Es ist zu hoffen, dass die Arbeiter*innenklasse mit neuem Selbstbewusstsein aus der Krise hervorgeht. Ein erstarktes Selbstbewusstsein brauchen wir dringend. Schon bald wird sich zeigen auf wen die Herrschenden die entstandenen Kosten der Krise abwälzen wollen. Die Debatten reichen über eine erhöhte Mehrwertsteuer bis zu einer Sondersteuer, welche wiederum die Arbeiter*innenklasse besonders hart treffen könnte. Perspektivische Tarifverhandlungen und Gehaltsverhandlungen aller Art benötigen umso konsequenter den organisierten Druck der Arbeiter*innenklasse. Die Profite dürften zeitnah wieder aus dem Erdboden schießen. Mit dem bloßen Verweis auf die entstandenen Kosten der Krise dürfen wir uns auf keinen Fall abspeisen lassen. Wir müssen uns nehmen, was uns zusteht. Und das ist der gesamte Laden!
In den kommenden Debatten und Kämpfen müssen wir die Stimme des Widerstandes und der Solidarität sein – gegen die rechten Demagog*innen der nationalen Alleingänge und der Ausgrenzung, sowie gegen die neoliberalen Krisengewinnenden und ihre dazugehörige politische Gefolgschaft. Und wir müssen mit aller Entschiedenheit gegen die permanent zunehmenden Angriffe auf unsere Grundrechte sowie der Kriminalisierung linker Politik kämpfen.
Für uns, das antikapitalistische Bündnis, ist und bleibt der 1. Mai Kampftag der gesamten Arbeiter*innenklasse! Lasst uns also gemeinsam kämpfen, streiken, uns organisieren!
Die Krise ist nur das Symptom – die Krankheit heißt Kapitalismus.
Wir lassen uns den 1. Mai – den Kampftag der Arbeiter*innenklasse nicht nehmen!
Achtet auf Ankündigungen in den sozialen Medien und den Hashtag
#NichtAufUnseremRücken
Auf die Straße zum antikapitalistischen 1. Mai!

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