Internationaler Tag gegen die Gewalt an Frauen

Die Gewalt hat System

Eine Öffentlichkeit, die bei Morden an Frauen durch (Ex)Partnern von Familientragödien spricht. Vornehmlich, wenn der Täter weiß ist und keinen Migrationshintergrund hat. Jeden Tag versucht ein Mann seine (Ex)Partnerin zu töten. Jedem dritten gelingt es. Die Täter werden jedoch vor Gericht meist nicht wegen Mordes, sondern nur wegen Totschlags verurteilt. Die Strafe dafür liegt zwischen 12 Monaten und 10 Jahren. Aus der hohen Emotionalität der Tat würden sich strafmildernde Umstände ergeben, schließlich sei das Ehrgefühl des Mörders verletzt und er habe aus Affekt gehandelt. Doch Frauen werden ermordet, weil sie Frauen sind. Aus diesem Grund fordern Feminist*innen seit langem schon den Begriff des Femizids in das Strafgesetzbuch einzuführen. Sogar die Vereinten Nationen haben Deutschland wegen der milden Bestrafung der Täter gerügt. Und wir schreiben immer noch das Jahr 2019

Jetzt hat die Bundesregierung 120 Millionen Euro für ein Gewaltschutzprogramm locker gemacht, um Frauen*häuser und ähnliche Schutzprogramme zu finanzieren. Das Geld würde trotzdem nicht reichen und die Ursachen für Gewalt innerhalb einer Beziehung nicht beseitigen, kritisiert Simone Schmollack vom Deutschlandfunk.**
Denn mit dem Internet bekommt die Gewalt gegen Frauen* eine neue Dimension. Für Cyberstalking oder Bedrohungen via E-Mail müssen Täter nicht einmal das Haus verlassen und erreichen das gleiche. Dass sich Frauen* aus dem öffentlichen Leben zurückziehen und sich ganz dem Willen des Gewalttäters unterwerfen. Auch löst die Maßnahme Abhängigkeitsverhältnisse nicht auf, die sich aus einer kapitalistischen und patriarchalen Gesellschaft ergeben. Denn noch immer liegen die Reallöhne für Frauen* deutlich unter denen von Männern und haben ein größeres Risiko in die Armut zu kommen. Die finanzielle Abhängigkeit vom Täter macht es den Betroffenen noch schwieriger, sich aus einer gewalttätigen Beziehung zu lösen.

Zwar ist das Patriarchat kein Nebenwiderspruch des Kapitalismus, doch können dessen Widersprüche nicht innerhalb dessen gelöst werden, sondern nur abseits davon. Deshalb muss es die Aufgabe einer radikalen Linken sein intersektionell feministische und antikapitalistische Kämpfe gemeinsam zu führen.

Die Bilder stammen von der heute stattgefundenen Demonstration in Regensburg.

**https://www.deutschlandfunkkultur.de/internationaler-tag-ge…

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