Nachbericht antikapitalistischer 1. Mai Regensburg

Nicht trotz, sondern wegen Corona – Regensburger AntikapitalistInnen begehen den 1.Mai unter erschwerten Bedingungen

Am 1. Mai, folgten etwa 300 Menschen dem Aufruf zu einer antikapitalistischen Demonstration, die einmal um die Regensburger Innenstadt zog. Lautstark und klassenkämpferisch wurden in verschiedenen Redebeiträgen Kritik an der Corona-Politik sowie an den sich verschärfenden sozialen Verhältnissen im Kapitalismus angeprangert. Dazu aufgerufen hatte das „Bündnis antikapitalistischer 1.Mai Regensburg“ an dem sich folgende Gruppen beteiligten: Sozialrevolutionäre Aktion Regensburg (SRA), Recht auf Stadt Regensburg (RaS), Resistenza Antifascista Ratisbona (RAR), der Aufbruch, die Straßenbande (politisches Straßentheater), der internationale Kultur- und Solidaritätsverein (IKS) sowie die anarchistische Gruppe (ANA).

Start der Veranstaltung war eine Kundgebung am Schwanenplatz, mit live-Musik von Paul Geigerzähler und der Trommelgruppe Dialamadia. Bereits zu Beginn der Kundgebung wurde klar gemacht, dass die kapitalistischen Verhältnisse, sowie deren Zuspitzung während der Corona-Pandemie nicht länger hingenommen werden können. ArbeiterInnen, Obdachlose, Geflüchtete und anderweitig marginalisierte Gruppen treffen die Ausmaße der Pandemie am härtesten. Die Politik, die in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder gezeigt hat, dass sie durchzogen von Korruption ist, tut das was sie schon immer gemacht hat: Entscheidungen im Sinne des Kapitals/ der Reichen treffen. Unwirksame, autoritäre und wissenschaftlich nicht fundierte Corona-Bekämpfungsmaßnahmen wie die nächtliche Ausgangssperre sorgen aber gerade in diesen Gruppen für noch mehr Verunsicherung und Unmut. Während in Büros, Fabriken und Geschäften weiterhin auf „Selbstverpflichtung“ gesetzt wird, erkranken weiterhin tägliche Hunderte Menschen an einem potentiell tödlichen Virus. Diese Menschen sind Opfer des Kapitalismus, der immer und immer wieder deutlich macht, wo seine Prioritäten liegen. Der private und soziale Lockdown, in dem wir uns seit über einem Jahr befinden, wird auch in Zukunft nicht auf die Wirtschaft ausgeweitet – Geld muss erwirtschaftet werden, ohne Rücksicht auf die Gesundheit von Menschen. Nicht mit uns!

Im Anschluss an die Auftaktkundgebung formierte sich ein Demo-Zug und zog friedlich, aber laut Richtung Domplatz. Leider konnten nicht alle TeilnehmerInnen ihre Wut über die Ungerechtigkeiten eines unsolidarischen Wirtschaftssystems zum Ausdruck bringen, weil die Polizei den Zug gleich zu Beginn anhielt und einen Teil der Menschen aufforderte die Demo zu verlassen. Sie verwiesen auf eine Maximalteilnehmerzahl, die für alle Veranstaltungen gelte. Das ist insofern verwunderlich, weil nur wenige Monate vorher – in der exakt gleichen pandemischen Lage eine Kundgebung von sog. „Querdenkern“ mit 1000 Personen erlaubt und durchgeführt wurde. Am Ort der Endkundgebung angekommen, wurden die TeilnehmerInnen und DemonstrantInnen mit weiteren Redebeiträgen, Live-Musik, einem politischen Straßentheater sowie einem „antifaschistischen Dosenwerfen“ informiert und unterhalten. Auf zahlreichen Info-Tafeln, die von den teilnehmenden Gruppen gestaltet wurden, konnten sich Interessierte zudem über folgende Themen informieren und zu Diskussionen anregen lassen: soziale Kämpfe weltweit, die Geschichte des 1.Mai (in der Türkei), soziale Missstände lokal und international sowie weitere Themen rund um den Klassenkampf von Unten.

Die Corona-Regeln wurden zu jedem Zeitpunkt eingehalten und wir haben es uns nicht nehmen lassen am 1. Mai auf der Straße präsent zu sein. Wie der Klassenkampf von oben jeden Tag im Jahr geführt wird, werden auch wir weiterhin präsent sein und Widerstand leisten gegen ein System, das uns Tag für Tag runterzieht und uns krank macht!

Wir freuen uns darauf auch in den kommenden Jahren mit euch gemeinsam für eine solidarische, antikapitalistische Gesellschaft zu kämpfen!Gez. Bündnis antikapitalistischer 1. Mai Regensburg

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