Antikriegstag 2018 Ingolstadt – Fluchtursachen bekämpfen!

Bayern – die Vorstufe zum Paradies…zumindest, wenn man der CSU glauben darf. Blickt man allerdings hinter die Kulissen, wird schnell klar, dass Bayern in erster Linie ein wichtiger Rüstungsstandort ist, von dem aus Krieg und Tod in die ganze Welt exportiert werden. Das bringt Wohlstand und Reichtum ins Land – allerdings auch den eher unfreiwilligen Import des Ergebnisses dieser Politik – Menschen, die direkt betroffen sind von Gewalt, Krieg und Tod und der wirtschaftlichen Zerstörung ganzer Landstriche und die davor fliehen.

Gegen genau diese Geflüchteten wird die Bevölkerung in der BRD von den bürgerlichen Parteien von FDP bis AFD aufgehetzt, um sie so zu spalten und von den eigentlichen eigenen Problemen abzulenken. Eben diese bürgerlichen Parteien sind es auch, die seit Jahrzehnten deutsche Waffenexporte in alle Welt genehmigen und dem Kapital so Milliardengeschäfte mit dem Krieg bescheren – die Folgen dieser Politik wollen sie hingegen nicht sehen. Vor allem in Ingolstadt, einer Hochburg der CSU, ist dies klar zu erkennen – in der Stadt selbst und im nahegelegenen Manching befinden sich zahlreiche sog. „Ankunfts- und Rückführungszentren“ – ein mehr als beschönigender Ausdruck für Abschiebelager, in denen „Geflohene ohne Bleibeperspektive“ in miserablen Zuständen hausen müssen und gezielt von der Öffentlichkeit abgeschottet werden.

Doch die Menschen fliehen nicht ohne Grund oder – wie gerade aus weiten Teilen der bürgerlichen Parteienlandschaft zu hören ist, um „uns“ hier irgendetwas wegzunehmen – sie fliehen vor Zerstörung und Krieg in ihrer Heimat. Und Kriege entstehen nicht einfach so, im Hintergrund stehen Profitinteressen, auch die von deutschen Firmen wie Kraus Maffai in München und EADS in Manching. Dabei geht es nicht nur um die oben erwähnten Waffenexporte. Kriege werden geführt, um Rohstoffquellen, Absatzmärkte und wichtige wirtschaftsstrategische Orte wie z.B. Häfen, zu erobern und zu verteidigen. Der Kapitalismus, also das Wirtschaftssystem, das derzeit so gut wie weltweit herrscht, braucht Kriege, um weiter zu existieren. Und von diesen Kriegen mit ihren zahlreichen Opfern haben wir, die tagtäglich ihre Arbeitskraft verkaufen müssen, um in diesem System „mitzuhalten“, nichts. Diese Kriege nützen in erster Linie denjenigen, die auf der anderen Seite stehen – also diejenigen, die von Ausbeutung leben – die herrschende Klasse.

Doch es gibt Alternativen auf dieser Welt, die neue Perspektiven schaffen. Als aktuelles Beispiel ist Rojava zu nennen – Rojava liegt im Norden des hart umkämpften Syrien. Die dort lebende kurdische Bevölkerung ist in den letzten Jahrzehnten zum Spielball imperialistischer Mächte geworden. Aus diesem Grund schließlich entstand eine kurdische Befreiungsbewegung, die mit dem Aufbau eines Alternativkonzepts zum kapitalistischen Normalbetrieb begonnen hat. Alle Belange des täglichen Lebens werden nun basisdemokratisch durch Räte organisiert. Als Vorbild dient die Idee des demokratischen Konföderalismus, die das friedliche Zusammenleben verschiedener Volksgruppen und die absolute Gleichberechtigung unter den Geschlechtern anstrebt. Natürlich deckt sich diese Idee einer neuen Welt nicht mit den Interessen der Herrschenden, vor allem nicht in einem geostrategisch so wichtigem Gebiet wie Syrien – daher wird dieses Projekt einer solidarischen Zukunft aller Menschen bekämpft – von Wirtschaftssanktionen bis zu kriegerischen Handlungen ist ihnen jedes Mittel recht, um es zu zerstören. Aus diesem Grund muss Rojava verteidigt werden.

Doch die Geschichte hat uns auch gezeigt, dass Kriege auch von unten beendet werden können. Vor hundert Jahren, also 1918, wurde in Bayern die Monarchie gestürzt und wie an vielen anderen Orten deutschlandweit die Räterepublik ausgerufen. Müde vom durch den 1. Weltkrieg hervorgerufenen Leid, gingen die Menschen auf die Straßen und legten ihre Arbeit nieder. Die Ausrufung der Räterepublik sollte die Basis sein für eine friedliche Zukunft, in der keine gesellschaftliche Klasse mehr über die andere herrscht. Doch auch damals wurde dieses Konzept einer solidarischen Gesellschaft von den Herrschenden unterdrückt und letzten Endes blutig niedergeschlagen.

Lasst uns daher heute, hundert Jahre später, dafür sorgen, dass diese Geschichte sich nicht wiederholt. Organisiert euch, bildet selbstverwaltete Strukturen und bringt euch ein.

Für die soziale Revolution!

Demonstration am Samstag den 1.September
Treffpunkt um 16:00Uhr an der Donaubühne im Klenzepark, Ingolstadt.

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