Bücher


WE FIGHT FASCISTS

the 43 Group and the forgotten battle for post-war britain

 

Daniel Sonabend

we fight fascists

Die Verbrechen der Deutschen im 2. Weltkrieg waren so enorm, dass die
faschistischen Kräfte in anderen Ländern dieser Zeit gerne unter den Tisch gekehrt werden. Aber während Großbritannien den Großteil ihrer Massenmorde in ihren Kolonien ausführte, gab es auch auf der Insel selbst in der Nachkriegszeit noch rechtsextreme Massenbewegungen. Man kann es sich bildlich vorstellen:
Tausende Briten, viele mit Migrationshintergrund, kehren aus einem Krieg zurück, wo sie den Horror des Faschismus hautnah erlebt haben, zum Teil sogar selber Konzentrationslager befreit haben. Und zuhause sehen sie sich und ihre Familien von der selben brutalen Ideologie bedroht. Während die liberalen Organisationen öffentlich gegen die Rechtsextremisten diskutierten und die rechten Demonstrationen, sowie die Rechte Gewalt weiter anstiegen, nahm eine andere Gruppe den Antifaschismus selbst in die Hand: Die 43 Group bestand größtenteils aus jüdischen und schwarzen Arbeitern, viele von ihnen ehemalige Soldaten. Ihre Einsicht war schlicht: wenn wir die Faschisten nicht jetzt niederschlagen, werden sie zwangsläufig zu den Waffen greifen.Wenn wir ihnen nicht die Plattform nehmen, werden sie uns töten. Ihre Methoden waren genauso geradlinig: Jeder Redner, der rechtes Gedankengut verbreitete, wurde von der Bühne geboxt.
Die Zahlen waren eindeutig: in jeder Stadt, wo die 43 Group aktiv wurde, nahmen daraufhin die rechten Aufmärsche ab.
Auch, wenn wir inzwischen einem staatlichen Gewaltapparat gegenüberstehen, der viele der damaligen Methoden unmöglich macht, wir müssen von den damaligen Kämpfern lernen: Gegen Faschismus hilft kein Liberalismus. Wir müssen ihn mit allen nötigen Mitteln bekämpfen.
Das Buch ist sehr gut recherchiert, mit vielen Interviews und ist durch das Gleichgewicht aus Fakten, Zahlen und Erlebnisberichten gut lesbar.

#EntnazifizierungNow

#Buchtipp #Fightfascism


Das Ende der Megamaschine

Fabian Scheidler

megamaschine

Der rote Faden der Geschichte geht weit zurück in eine Zeit, als die Menschen nicht mehr nur Jäger, Sammler und Ackerbauern waren, sondern mit der Bearbeitung von Rohstoffen, in erster Linie Kupfer, Eisen und Bronze, begannen. Diese Zäsur wird gemeinhin als Beginn der Zivilisation beschrieben. Für Scheidler ist der Anfang Tyrannei, die Wurzel der Herrschaft und “die Mutter aller Umweltdesaster”.

Unter dieser Prämisse macht Scheidler dann einen Schnelldurchlauf durch die mehrtausendjährige Geschichte, in der sich die von ihm beschriebene Megamaschine immer mehr verfeinerte und die Menschen immer stärkerer Gewalt, immer mehr Zwängen und immer subtilerer ideologischer Propaganda unterwarfen.


Der neue Klassenkampf

Slavoj Žižek

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Klappentext:

„Europa steht am Scheideweg. Der Flüchtlingsstrom und der islamistische Terrorismus stürzen den Kontinent in die wohl größte Krise der Nachkriegszeit. Die eigentliche Bedrohung unserer westlichen Gesellschaftsform besteht daher in der Dynamik des globalen Kapitalismus. Das bedeutet: Wir müssen unsere westlichen Werte unbedingt verteidigen und uns zu diesem Zweck von realitätsfremdem Empathiedenken befreien und fremden Kulturen reell gegenübertreten, um mit ihnen koexistieren zu können. Vor allem aber müssen wir die ökonomischen Gründe der Flüchtlingsströme und des Terrors ausmerzen – und sei es mit Hilfe einer neuen kommunistischen Utopie. Wir haben ein Recht, für unseren westlichen Lebensstil und unsere europäischen Werte zu kämpfen; aber wir haben kein Recht, die Welt in Teilhaber und Ausgeschlossene aufzuteilen.“


Die Schande Europas

Jean Ziegler

schande

Wie Zuhause bleiben, wenn man kein Zuhause hat? Wie Social distancing einhalten, wenn man mit 20.000 in einem Lager gedacht für 8.000 wohnt? Wie Hände waschen, wenn kein Wasser da ist?

Die Flüchtlinge leben im Dreck in notdürftigen Hütten, ohne sanitäre Versorgung, ohne ausreichende Ernährung, ohne Bildung für die Kinder, ohne Perspektive. Eigentlich sollen Asylbewerber zügig angehört und weitergeschickt werden. Doch die Verfahren werden verschleppt – trotz Millionenzahlungen aus Brüssel. Schutzbedürftige, von Krieg, Folter, Hunger und lebensgefährlichen Überfahrten traumatisierte Menschen werden ganz offensichtlich als Puffer benutzt, um andere Flüchtlinge abzuschrecken.

Jean Ziegler hat als Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrats im Mai 2019 das EU-Flüchtlingslager Moria auf Lesbos besucht. Anhand vieler, oft erschütternder Einzelfälle schildert er eingehend seine Begegnungen mit Flüchtlingen, die von ihrem Leidensweg berichten, mit den mutigen, engagierten Vertretern verschiedener Hilfsorganisationen (medico international, Pro Asyl u. a.) und Menschenrechtsaktivisten, mit Anwälten und Offiziellen.

Sein Buch legt Zeugnis ab von dem moralischen Verfall, auf den Europa zusteuert, und ist ein eindringlicher Appell an die zuständigen Politiker in Brüssel und an die Zivilgesellschaft, der Praxis des »Push-Backs« und der unmenschlichen Realität der Hotspots ein Ende zu machen – denn sie sind die Schande Europas.